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Pimp my Thai Ride

April 29th, 2010

Wo: Bangkok/Thailand – Downtown

Lange ist’s her – aber jetzt bin ich wieder Online. Dieses Bild entstand während einem Spaziergang durch Bangkok. Diese Karre würde wohl in jeder Pimp my Ride Sendung mit Handkuss genommen werden. Mit dem Rückgeld vom Leergut, neben der Hinterachse, könnte man sich locker eine neue Aufkleber für die Frontscheibe kaufen oder einen zweiten Lumpen für die Türe.

Ja was nun?

Februar 24th, 2010

Wo: Bangkok/Thailand – Downtwon

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Obwohl ein klares Statement hier wohl mehr Aussagekraft hätte. Während ich mir überlegte was mir dieses Schild in Bangkok nun sagen will, rauchte Sigi eine Zigi und wir fragten uns auch später noch ob wir nun nicht hätten rauchen sollen oder eben grade erst recht, hätten rauchen müssen, da wir uns ja in einer “smoke zone” aufhielten.

P.S. Dank für diese Veröffentlichung gebührt einem Professor aus den USA, der mich daran erinnert hat, dass ihm schrecklich langweilig ist. Darum Gruss nach Texas! Wie sieht’s da mit rauchen aus, darf man das im Cowboy-Staat, oder kommt man für so was auf den (Raucher)Stuhl? (unterschiedliche Dauer bei gleicher Wirkung)

Tierisch gut

Januar 29th, 2010

Wo: Mumbai/Indien – Elephanta Island

Affenparty

Da es auf Elephanta Island keine Elefanten zu sehen gibt, müssen eben die Affen für die Unterhaltung sorgen. Aufgepasst die kleinen Primaten sind flink und geschickt und anscheinend voll Zucker abhänig. Als einer der Touristen kurz nicht Acht gab, war seine Fanta weg und der Affe genoss sichtlich seine Errungenschaft.

In Gedanken reisen

Januar 15th, 2010

Ich bin wieder zu Hause. Aus – vorbei – fertig. Ich tausche das Nomadenleben gegen ein bürgerliches ein. Fortan werde ich auf meinem Blog nur noch in Gedanken reisen, ich werde Fotos hineinstellen, in Erinnerungen schwelgen und kleine Anektoten dazu preisgeben. Das Schreiben und Erzählen fasziniert mich immer noch, und es gibt noch einiges, was ich euch vorenthalten habe.

Hier das erste Bild meiner Serie:

Titel: Rasenmähen mal anders

Wo: Agra/Indien – Rasenfläche auf der Rückseitet des Taj Mahal’s

Rasenmähen

Unbeeinträchtigt von den aber tausenden von Touristen die den Taj Mahal besuchen, mäht eine kleine Gruppe von Arbeitern auf der Rückseite des Mausoleums kauernd mit Sicheln den Rasen. Wobei, viel vom Rasen ist danach nicht mehr übrig. Gartenpflege mal anders.

Was für ein Jahr

Dezember 16th, 2009

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit einen Rückblick zu wagen. Ein Blick zurück auf ein Jahr, das als ganz besonderes Kapitel in mein Lebensbuch eingetragen wird.

2009 begann in Whistler/Kanada wo ich mit Mikee und Robjn das neue Jahr begrüsste. Ich lernte Snowboarden und pflügte mit dem Brett unter meinen Füssen die kanadische Winterlandschaft.

Um mich von meiner Erkältung zu erholen gings ins sommerliche Argentinien wo ich auf Pedro Rojo traff. Wir durchquerten Patagonien, sahen keine Orkas, genossen Rindfleisch in rohen Mengen, liessen uns sandstrahlen und spielten Spielballspiele am Strand. Dazwischen feierte ich meinen Geburtstag, alleine, da Pedro lieber Krank machte als zu feiern. Dann gings nach Buenos Aires zu Alex und Adri. Wir tranken Quilmes, assen dulce de letche, feierten eine Carnevalparty im Wohnzimmer und tauchten ein in die Emotionen während des Fussballspiels San Lorenzo gegen River Plate.

Im März kam ich nach acht Monaten Reise wieder nach Hause. Ich genoss den Frühling und den Sommer, wanderte im Nebel von der Bützen auf den Weissenstein um endlich mal auf die Hasenmatt zu erklimmen und lernte auf einer Slackline balancieren. Mit einer Schnabeltasse in der Hand und Musik im Ohr stampfte ich durch den Schlamm auf dem Gurten und holte mir einen Muskelkater vom rumzappeln am Gampel Open Air.

Als der Nebel kam, war es wieder an der Zeit den Rucksack zu packen. Mit Sigi gings nach Indien. Lärm, Hecktik, Tucktucks, Cricketspiele, Zugfahrten, Chai und tausend Mal “Hello my friend” prasselte auf uns nieder. An den Stränden von Goa fanden wir Zeit zum lesen, diskutieren und die Seele baumeln zu lassen, bevor wir in Malaysia landeten.

In Kuala Lumpur gingen wir nicht auf die Skybridge der Petronas Towers, dafür in die riesigen Einkaufspaläste und ins Eis-Kino.

Dann flogen wir nach Thailand, besuchten eine Muay Thai Turnier, fuhren einen Elefanten und tauchten mit einem Walhei. Nun sitze ich am Strand unter einer Palme im weissen Sand, schaue aufs türkisfarbene Meer, mit dem wissen, dass ich in zehn Tagen zurück in der kalten Schweiz sein werde, um diese unglaubliche Jahr gebührend zu verabschieden. Frohe Festtage

Von Anstrengungen und Belohnungen

Dezember 13th, 2009

Der Himmel ist Wolken verhangen, mein linkes Ohr ist ein wenig blockiert. Zufriede denke ich zurück an eine intensive Woche, die mir die Türen zu einer neuen Welt geöffnet hat. Eine Welt, die ab Meereslevel beginnt, und für mich mit 30 Meter Wasser über mir ein Limit setzt. Eine Welt, die ich mit Kreaturen teile, die bisher für mich nur aus Dokumentarfilmen nahbar war.

Alles Begann mit einem Flug von Kuala Lumpur nach Koh Samui Thailand. Der Flugplatz der Insel erinnert eher an ein Ferienresort, Strandambiente inklusive. Samui ist sehr touristisch, überfüllt von Pauschaltouristen, die sich am weissen, schmalen und vollbeladenen Strand erholen wollen. Leider spielte das Wetter noch nicht richtig mit. Am ersten Abend gings dann an die Vollmondparty auf Koh Pha Ngan. Tausende von Menschen feiern auf dieser benachbarten Insel am Strand. Wummernde Bässe, mit neon Farben bemalte Körper, Sand unter den Füssen, das Meer nur einige Meter entfernt und am Himmel der Vollmond; das wollen wir sehen. Dafür warteten wir erstmal drei Stunden am Pier, bis es per Speedboot in 25min. von der einen Insel zur andern geht. Noch bevor ich einen Fuss an den Strand setzte, war mein T-Shirt schon biergetränkt, überall stolperten oder tanzten Leute, es gab Feuershows und wer genug Mut oder getrunken hatte, konnte beim Feuerseilspringen mit machen. Eine heisse Angelegenheit und es mangelte nich an Jungs die sich überschätzten, sehr unterhaltsam.

Ein weiterer Punk auf der To-do Liste war der Besuch eines Muay Thai Turniers. Muay Thai ist eine Art Kickboxen. Wir kauften uns ein Ticket und sahen sechs Kämpfe. Von kleinen Jungs bis hin zu routinierten Kämpfern war alles vertreten. Begleitet wurden die Kämpfe von Flöten- und Trommelmusik. Zum Teil sah’s aus als würden die Kontrahenten zusammen tanzen und nicht gegen einander kämpfen, wenn sie sich eng umschlungen im Ring in den Armen lagen und versuchten sich mit den Knieen in die Rippem zu kicken.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Rollertour um die Insel zu erkunden. Wir sahen einen Wasserfall, der eher an einen Bergbach erinnerte und mich emotional etwa so berührte, wie wenn ich den Lichtschalter betätige und dann das Licht an geht. Ooooohhh!

Kurz darauf folgte aber dann ein richtiger Höhepunkt. Lange hatten wir darauf gewartet, bereits in Indien waren wir entäuscht worden, aber endlich war es so weit; wir sassen endlich auf einem Elefanten. Die Dinger sind gar nicht so einfach zu fahren. Erschwert wurde das ganze dadurch, dass bei unserm Modell die Stossdämpfer schon ein wenig abgenutzt waren. Es holperte jedenfalls mächtig als wir auf Stampfis Rücken durch den Jungel düsten.

Vom Samui gings nach Koh Tao. Hier wurden wir zu Tauchern. Ein faszinierendes neues Hobby, das teilweise etwas Überwindung und Konsentration kostete. Wie bei allem im Leben, muss man zuerst was opfern um Neues zu erleben. Im Klartext heisst das, wir drückten die Schulbank und wir mussten früh aufstehen, also nichts was man mit Ferien in Verbindung gebracht wird. Reisen ist eben nicht gleich Ferien. Und dass man für einen Effort belohnt wird, lässt sich wohl am besten mit dem folgenden Beispiel erläutern. Um sieben Uhr in der Früh fuhren wir mit dem Boot raus zum Tiefseetauchen. Der Wellengang war holprig wie ein Ritt auf Stampfi mit 65km/h. Somit hatte ich nach dem ersten Tauchgang ein flaues Gefühl im Magen und noch bevor ich für den zweiten Tauchgang ins Wasser sprang, fütterte ich kurz die Fische. Ich musste mich ordentlich Überwinden die zweite Runde mit zu machen. Wie erwähnt wird man für ausserordentlich Anstrengungen auch ausserordentlich belohnt. Ich weiss nicht ob es dank des qualitativ hochwertigen Fischfutters im Wasser oder einfach nur pures Glück war, jedenfalls schwamm exakt in diesem Moment, als unsere Gruppe unten ankam, ein Walhei vorbei. Das etwa 4-5 Meter grosse Tier drehte dann für einige Minuten seine Runden und wir schwammen mit ihm mit, ein atemberaubendes Erlebniss. Einige Leute auf dem Boot erzählen später, dass sie mehrere hundert Tauchgänge gemacht hätten, bis sie eines dieser seltenen Tiere gesehen hätten. Ich brauchte gerademal sechs.

Mir bleiben nun noch zwei Wochen in Thailand, es gilt noch ein wenig zu entspannen und Sonne zu tanken. Der Weihnachtsstress im einem tropischen Land ist schier unaushaltbar. Frohen dritten Advent.

Nicht so wichtig

Dezember 1st, 2009

Morgen fliegen wir nach Thailand. Bevor wir im Meer und nicht mehr im Internet surfen, hier noch ein Abschlussbericht von Malaysia.

Obwohl in Kuala Lumpur ein sehr tropisches Klima herrscht, gab es trotzdem einen Moment in dem ich mir einen flauschigen Skianzug gewünscht hätte. Wir saßen nähmlich im Kino und schauten ein asiatisches Ninjiagemetzel, als ich mich nach zwei Minuten fragte, ob der Verantwortliche für die Klimaanlage zuvor wohl in einem Kühlhaus gearbeitet hatte.

Was noch; News gibts auch von der “geh in jedem Land, das du besuchst, zum Coiffeur” Trophy. Obwohl wir nur fünf Tage in Malaysia weilten, bin ich immer noch im Rennen, denn ich hatte noch ein paar Ringgits übrig, da wir die Skybridge der Petronas Towers nicht besichtigten. Ich muss hier noch erwähnen, das ein Besuch der Skybridge völlig überbewertet wird. Die Konstruktion ist etwa so innovativ wie ein Kartenhäuschen und überhaupt ist das Ganze etwa so originell wie eine Sandburg in der Sahara. Daher hatten wir mächtig Schwein. Am Montag als wir da waren, war “wegen zu geschlossen”, also keine Besichtigung möglich. Am Dienstag gabs auf Grund der Besucherlimitation zum Glück keine Tickets mehr für uns. Man könnte jetzt behaupten, wir hätten einfach früher erscheinen sollen, aber erstens wollten wir ja gar nicht hoch und zweitens hatte Sigi was im linken Auge, was zuerst ausgewaschen werde musste. Vorher hätte er gar nichts gesehen wegen dieser Mücke.

Von der Steinzeit ins Hightech-Zeitalter

November 30th, 2009
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Seit Samstag sind wir in Kuala Lumpur/Malaysia. Es ist als hätten wir einen Flug von der Steinzeit ins Hightech-Zeitalter hinter uns. Die Gegensätze zwischen Indien und Malaysia könnten nicht größer sein.

Der Flug war, bis auf den indischen Balg, der nonstop und am Spieß geschrien hat, sehr angenehm. Der Jungen der während des Landeanfluges für 20min. in den höchsten Tonlagen seine Lunge heraus gebrüllt hat, war wohl ein Abschiedsgeschenk als Erinnerung an das doch sehr laute und hektische Indien. In Indien werden Kinder vergöttert und Ghandi sagte das Gewalt keine Lösung wäre. Dem kleinen Rotzebengel hätte aber wohl ein Tauber mit Pamier noch eine gescheuert, und ihm gesagt, dass er sich orderntlich hinsetzen soll und sich zu benehmen hat. Die Inder kümmerte das doch reichlich wenig.

Hier in Malaysia ist alles anders, so organisiert, sauber und die Leute schreien dir nicht nach. Es gibt riesige Wolkenkratzer und immense Einkaufscenter. Die verschiedenen Kulturen hier, leben bunt vermisch unter einander. Auf der Strasse sieht man vermummte muslimische Frauen, bei denen man nur noch die Augen erkennt und die bei 30Grad im Schatten noch Handschuhe tragen, neben jungen Teenies in Miniroecken und einem Inder im bunten Gewand. Wir sind jedenfalls begeistert und damit beschäftigt, die Einkaufscenter zu durch wandern und auf jeden möglichen Turm hoch zu klettern den es in KL so gibt, und ich sage euch, es gibt hier einige. Morgen gehts dann zum Abschluss auf die Petronas Towers, wo ich mich eventuell aus Fensterputzer bewerben werde, Arbeit gäbe es sicher zur Genüge.

Da wir das langsame Indernet gegen das Malaysianet getauscht haben, war es mir auch möglich, endlich wiedermal Fotos hoch zu laden. Weiter könnt ihr ab sofort auch Kommentar unter die jeweiligen Berichte oder Fotos schreiben. Am Mittwoch gehts dann auf Thailand, wo ich meine Sommerbräune am Leben erhalten werde, damit ihr dann auch schön neidisch seid, wenn ich Ende Jahr zurück komme.

Der kleine Unterschied

November 24th, 2009

Die letzten Tage in Indien sind angebrochen. Wir sind in Kochi gelandet, von wo wir am Freitag nach Kuala Lumpur fliegen. Dank einem “Indernet” (kleiner Scherz am Rande) mit Wireless gibt es neuen Lesestoff für euch. Gleich zwei Beiträge habe ich hoch geladen. Also zuerst den nächsten Beitrag lesen, damit alles chronologisch bleibt.

Die letzen Wochen waren ja geprägt vom Strandleben. Zu erwähnen gibt es sicher den Strand von Palolem. Ein Sandstreifen von 20 Meter breite und einem Kilometer Länge. Auf der einen Seite das Meer und auf der andern Seite ein Palmengürtel. Die Palmen biegen sich Richtung Wasser, es macht fast den Anschein als wollten sie auch schwimmen gehen. Vielleicht sind sie aber auch nur auf der Flucht vor den vielen Strandverkäufern. Ein tropisches Gewitter haben wir dann auch noch erlebt. War ganz amüsant, Sigi beim Duschen unter Palmen zu zu sehen, so einschamponiert in Badehosen im ströhmenden Regen, das hatte was. Als dann noch der Strom ausfiehl und die Blitze näher kamen, so dass wir den Donner spühren konnten, machte ich mir zum ersten Mal Gedanken, was wohl passiert, wenn so eine riesige Palme auf unser Strohhüttchen fällen würde. Da wir aber nicht in, sondern vor der Hütte auf der Veranda sassen, verwarf ich diesen Gedanken recht schnell wieder.

Nach dem Gewitter gings an eine Party, die machen auch recht Krach. Hier waren die Inder aber besonders findig. Da die Parties hier draussen statt finden, und um 22:00 Uhr Nachtruhe gilt, kriegt wir beim betreten des Clubs nicht nur einen Coupon für einen gratis Drink sondern auch noch einen Kopfhöhrer. Ihr habt richtig gelesen, hier gibts Kopfhörer-Parties. Zu meinem Erstaunen hat dies doch ettliche Vorteile. Das Angebot von drei Kanälen lässt jedem die Wahl, zu was er gerne tanzen möchte. Wenn man den Kopfhöhrer weg nimmt, kann man sich ohne zu schreien mit jemandem unterhalten, vorausgesetzt das Gegenüber entledigt sich auch seiner Soundanlage. Das witzigste ist jedoch, mal einfach spontan die Kopfhörer runter zu nehmen und wenn dann nicht gerade ein Klassiker läuft, an dem sich die halbe Partymeute beim mitsingen versucht (könnt euch ja denken wie das mit Kopfhörer klingt), dann herscht einfach Stille. In einem Club wo mehrere hundert Leute rum zapppeln, entsteht so eine doch eher merkwürdige Stimmung.

Von Palolem gings einen Strand weiter nach Patnem. Dies zu Fuss und mit Vollpackung am Rücken, da wir am Tag zuvor gesehen hatten, dass das gar nicht so weit ist. Leider hat sich über Nacht noch eine Bucht und ein kleiner Wald zwischen die beiden Strände geschlichen, so dass das Ganze dann gepaart mit der Mittagssonne zu einem nicht sehr gemüthlichen, längeren Spatziergang wurde. Patnem war aber dann toll. Hier war die “my-friend-you-want-to-buy-something” Frequenz viel niedriger. Nicht nur der fast einsame Strand, auch der riesige Balkon unseres Zimmer, der grösser war als jede Strandhütte, die wir je bewohnt hatten, lut zum verweihlen ein. Hier fröhnten wir dem Müsiggang, verschlangen Bücher und genossen das herrliche Essen, was am Vortag noch mit uns im Meer schwamm.

Nach all der Erholung durfte es dann aber wieder mal eine Richtige Herausfordrung sein. Wir entschiden uns für eine Zugfahrt in der zweiten Klasse ohne Klimaanlage. Bis lang fuhren wir immer mindestens zweite Klasse mit Klimaanlage. Der Leihe denkt sich nun, wird ein Bisschen wärmer, aber ist ja immer noch die gleiche Klasse und dass das doch nicht so einen grossen Unterschied macht. Macht es eben doch! Das wissen wir mit Bestimmtheit nach der 16 stündigen Reise von Canacona nach Alappuzha. Der Unterschied ist etwa so gross, wie wenn du in der Schweiz von der zweiten Klasse in einen Güterwagon umplaziert wirst. Viel mehr Leute, viel mehr Lärm und viel mehr Krabelviehcher. Wo kaufen diese Kakarlaken bloss ihre Zugtickets? Und was denken sich bloss Eltern, die ihr Kind für den Nachtzug mit Fussgelenksrasseln und einem Quitschehammer ausstatten? Und wie um alles in der Welt ist es möglich, dass sich plötzlich vierzehn Leute in einem sechser Abteil quetschen, wo doch jeder ein Ticket für einen nummerierten und reservierten Sitzplatz hat? 16 Stunden hatte ich Zeit im Zug zum Überlegen, Antworten habe ich keine Gefunden. Indien ist auch nach mehr als sechs Wochen noch immer eine andere Welt für mich.

Alappuzha das Venedig von Indien ist berüht für seine Backwaters. Das Hinterland ist voller Wasserkanäle, die die einzelnen Dörfer verbinden. Schüler werden hier nicht mit dem Schulbus sondern mit dem Kanu in die Schule gefahren. Badezimmer braucht hier auch keiner, egal ob Kleider oder Körper, zum Waschen geht’s vors Haus in den Fluss. Um diese Backwaters zu besichtigen buchten wir einen Hausboot Ausflug. Zu viert ging’s am nächsten Mittag vom Hostel zum Schiff. Dort angekommen hat es mir dann die Sprache verschlagegen. Ich wurde ja schon einige Male in Indien überrasch, aber dies war das erste Mal das es daraus resultierte, dass ich einfach nur positiv überwältigt war. Eigentlich hatte ich nicht viel erwartet für die CHF 40 für eine Tour von 24h mit Übernachtung und Essen auf einem Hausboot. Was ich dann aber sah, übertraff all meine Vorstellungen. Zwei komfortable Zimmer, mit Bad, luxuriöser als alles was ich bisher gesehen habe. Ein Wohnzimmer mit Esstisch, kleinem Salontisch mit Korbsessel und Liegewiese auf bem Vordeck. Nicht zu vergessen die drei Mann Crew bestehend aus einem Kapitän, einem Koch und einem Tourmanager. Auch als wir schon mit unserem schwimmenden Palast durch die Kanäle fuhren, hatte sich meine Begeisterung auch nicht nur ein Bisschen gelegt. Die Atmosphäre in den Backwaters war fantastisch und führ einmal war es auch in Indien ganz still. Tags darauf war aber dann auch schon wieder Schluss. Dieser Trip gehört aber definitiv zu den Höhepunkten meiner Indienreise.

Zum Abschluss der indischen Wochen entschieden wir uns dann nicht für die “normalo” Busfahrt ins 50km entfernte Kochi, nein, wir wollten diese Reise an unseren Zielort in einem Tucktuck erleben. Eineinhalb Stunden und 150 mal Hupen später kamen wir in Fort Kochi an. War toll, mit dem konstanten Fahrtwind im Gesicht Indien noch ein letztes Mal aus einer Autorickshaw heraus zu betrachten und zu erleben.

Eine verlorene Welt

November 10th, 2009

Schlafgetrunken taumle ich aus dem kleinen Holzhüttchen. Als ich aus dem Schatten der Palmen trete, spühre ich den heißen Sand unter meinen Füssen. Die Sonne brennt schon. Meine Schritte sind noch unkontrolliert, die Richtung aber ist klar. Über eine mit Schnur und Bambusstangen gebastelte Brücke überquere ich einen kleinen Tümpel. Noch zehn Schritte, das Badetuch landet im Sand. Hier ist er noch trocken, weiter vorne nass. Wasser berührt meine Fussspitzen, die erste Welle schlägt gegen meine Beine, ohne weiter Zeit zu verlieren tauche ich ein. Wir sind in der Provinz Goa angekommen, am arabische Meer, hier im Süden Indiens und so beginnen unsere Tage in Arambol.

Arambol ist wie ein Jurassic Park für Hippies – eine vergessene Welt, die so nicht mehr existiert. Bunt schräg und fremd erscheint mir der Mix aus Backpackers, Hippies und Indischen Ferientouristen. Ein besonderes Highlight in diesem Dorf, sind die Open Mic Jam Sessions, die hier in diversen Restaurants am Abend abgehalten werden. Die Bühne ist offen für alle die irgend etwas vortragen möchten. Vom israelischen Gitarren/Querflöten Duo mit ihrem Halleluja Song, über ein Gedicht von einem alt Hippie mit afro-wuschel Frisur bis hin zu einem der musikalisch locker Jack Johnson vertreten könnte, findet alles Platz. Auch sehr originell ist die Darbietung zweier, die abwechselnd drei Worte sagen und daraus eine spontane Geschichte formen. Die Aufgabe ist aber schier unlösbar, da einer anscheinend nicht auf drei zählen kann und der andere keinenfallls nur annähernd lustig ist. Für den Bruchteil einer Sekunde überlege ich mir, auch nach dem Mikrofon zu greifen und ein Chlausevärsli auf schwitzerdütsch zum Besten zu geben. Das Publikum scheint offen und dankbar für jegliche Unterhaltung hier. Ich zähle korrekt auf drei, nehme meinen ganzen Mut zusammen und bestelle noch ein Bier und bleibe sitzen.

Die Tage verbringen wir am endlosen Sandstrand. Neben dem Plantschen im Meer gehört fotografieren, lesen und braun werden zu unseren Hauptaktivitäten. Bevor ich’s vergesse. Inder benehmen sich übrigens am Strand wie kleine aufgedrehte Kinder. Sie plantschen, schreien (machen sie zwar auch wenn sie nicht am Strand sind) hüpfen im Wasser um her und damit das alles wirklich super doof ausschaut, tragen sie nicht einfach eine Badehosen, nein sie zelebrieren diesen Spass in den Unterhosen. Wenn sie dann immer noch das Gefühl haben, zu wenig auf zu fallen, ziehen sie den Schlüpfer noch bis fast unter die Achseln hoch. Ein unbezahlbares Vergnügen zum zu kucken.

Was Arambol für Hippies war, war Vagator für Technofreaks. Früher fanden hier riesige Outdoorparties statt. Hunderte von Leuten tanzten unter freiem Himmel in mitten von mit neon Farben bemalenen Palmen. Die Lokalitäten sind noch vorhanden, jedoch gilt hier seit einiger Zeit ab 22:00 Uhr Nachruhe. Heutzutage finden diese Trancepartys also drinnen statt. Wir besuchen eine und kamen zum Schluss, das es nicht nötig gewesen wäre, extra einen Raum schalldicht zu machen und mit neon Farbe an zu pinseln. Die zehn Leute, die da waren hätten auch in unserem Hostelzimmer Platz gefunden.

Da die Parties uns nicht sonderlich beanspruchten, suchten wir nach anderen Herausforderungen. So sind wir dann beim Roller Fahren gelandet. Ich weiß, das klingt anfänglich nicht so abenteuerlich. Aber vergesst mal den geregelten Verkehr in der Schweiz. Vergesst Blinker und Sicherheitslinien. Für einen indischen “Verkehrseintopf” braucht man als Basis eine Hupe, weiter eine Prise fahrerflucht Mentalität, dazu mischt man dann eine Hand voll streunende Kühe und zum Schluss noch einen Suppenlöffel Linksverkehr. Viel Spass beim genießen. Kühe sind ja in Indien heilig, wer eine anfährt, wird gebüßt.

So und jetzt noch was, dass sicher dem ein oder andern ein Schmunzel abringen wird. Ich wollte es eigentlich zuerst nicht erwähnen, tue es aber jetz trotzdem – es regnet hier. Zuerst war es nur bewölkt und nun giesst es wie aus Kübeln. Ist übrigens nicht normal hier, haben wir uns sagen lassen. Ihr könnt euch ja vorstellen, wie sehr wir uns freuen, bei diesem außerordentlichen Ereigniss dabei zu sein.